Eines der schönsten Dinge am Reisen ist,

dass man erkennt,

wie viele gute und liebenswerte Menschen

es auf der Welt gibt.

 

Edith Wharton

 

 

 

Freitag 14.6.24
Aus familiären Gründen fährt Thomas alleine Richtung Norddeutschland. Er übernachtet in Celle und trifft dort einen ehemaligen Arbeitskollegen. 

Samstag 15.6.24
Thomas fährt in das gebuchte Haus Biebernest in Seedorf am Schaalsee. Die Fotos, die er mir schickt, sehen schon Mal vielversprechend aus.

Morgen fahre ich mit dem Zug nach Hamburg. 

Montag 17.6.24 schön
04:25 Ich bin eine Stunde zu früh bei der Bushaltestelle 😡Da ich die öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so oft benütze, bin ich etwas nervös, jeweils den Anschluss zu verpassen. 

 

05:25 fahre per Bus nach Aarau, dann mit dem Zug via Olten und Basel nach Hamburg. Alles klappt bestens. In Basel höre ich im Zug zum Glück, dass "mein" Zug vom Gleis 8 abfährt, nicht wie vorhergesagt auf 11. Ich renne also zum Gleis 8 und steige gleich in einen der ersten Wagen. Dort finde ich auch gleich "meinen" Platz. Nach einiger Zeit steigt eine Klasse ein und erhebt Anspruch auf "meinen" Platz. Der freundliche Schaffner klärt mich dann auf, dass das zwar die richtige Nummer ist, aber in einem anderen Waggon. Oh je, darauf habe ich nicht geschaut. Ich entschuldige mich und der Schaffner weist mir einen anderen Fensterplatz zu da "mein" Platz ein ganzes Stück entfernt sei.

In Hamburg holt mich Thomas ab.

Das Haus ist genial. Erstens ist alles blitz-blank, sogar in den Besteckschubladen ist es sauber. Es hat einen gut funktionierenden Staubsauger und die Küche ist top ausgerüstet. Es hat eine Fliegenklatsche, einen langen Schuhlöffel  u.v.m. 

 

Da wir nur zu zweit sind, bewohnen wir Parterre. Oben hat es wohl auch noch 2-3 Schlafzimmer, Bad und Küche? Keine Ahnung. Auch hat es eine Terrasse mit bequemen Stühlen sowie zwei Liegestühlen und Sonnenschirm. Beim Eingang ist eine grosse Wiese. Kaya fühlt sich sofort wohl. 

 

Während der deutschen Teilung verlief die innerdeutsche Grenze durch den Schaalsee, was unter anderem die Entstehung einer grossen Biotop- und Artenvielfalt in jahrzehntelang ungenutzten Bereichen ermöglichte. Der Westteil des Sees wurde bereits 1960 unter Naturschutz gestellt, der Ostteil folgte 1990. Seit dem Jahr 2000 liegt der See im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. 

 

 

Dienstag 18.6.24
Gestern früh ins Bett, heute früh aufgewacht, vor 5 Uhr.

Schaalsee-Werder Wanderung mit Kaya. Wunderschön wenn nicht die vielen Mücken wären. 

Ich habe aus Gewichtsgründen von Canon auf OM (früher Olympus) gewechselt. Und nun habe ich die Kamera wieder öfters dabei. Allerdings muss ich noch üben, da einige Einstellungen ganz anders angeordnet sind als bei der Canon.

Tagsüber schön, am Abend Regen. 

Abendessen in Pauls Hofküche.  Ebenfalls empfehlenswert. 


Mittwoch 19.6.24
Heute habe ich ausgeschlafen bis 06:30 😀. Um 9 Uhr schleiche ich mit Kaya aus dem Haus und bin um 11 Uhr zurück. Es ist kühl. 


Gegen 14 Uhr fahren wir ins Biosphärenreservat Pahlhuus in Zarrentin und gehen den Moorerlebnispfad. Wir kommen an der Badeanstalt vorbei wo man ein Public Viewing eingerichtet hat. Weil man Hunde mit reinnehmen darf, genehmigen wir uns einen Drink und eine Bratwurst. Aber die Fussballspiele schauen wir uns gemütlich „zu Hause“ an. 

 

Donnerstag 20.6.24
Ich wandere mit Kaya von Seedorf nach Salem, alles dem See entlang. Es hat viele schöne Plätze zum Innehalten, das Wetter ist genau richtig: Schön aber nicht heiss. In Salem holt mich Thomas ab und wir kehren im Hof Kaiser ein. Solche Hof-Cafés und Restaurants gibt es sehr viele. Und immer hat es auch ganz tolle Spielplätze. Ich kann nicht widerstehen und decke uns mit Wurstwaren ein. Und da wir hier in der Kuchenhochburg sind, darf ein Stück 🍰natürlich nicht fehlen. 

 

Immer wieder geniesse ich, lesend (Milla Nova von Christine Brand - zu empfehlen wenn man Krimis mag), die ruhige, schöne Terrasse und geniesse dabei einen Kaffee aus unserer Kaffeemaschine. Die kommt immer mit. Obwohl man auch hier ab und zu Kaffeemaschinen hat, schmeckt er mir meistens nicht. 

Gegen Abend wandere ich mit Kaya ins Restaurant Maräne in Groß Zecher/Seedorf, Thomas folgt mit dem Auto. Es hat einen schönen Weg dem See entlang. Weil es natürlich auch hier von Mücken wimmelt, sodass Kaya kaum mehr laufen kann weil sie ständig Mücken abwehren muss, gehe ich zur Strasse rauf. Dort geht der Fahrradweg der Strasse entlang. Kaya legt sich gaaanz tief ins Gras: Genug ist wohl genug! Der vorbeifahrende Biker muss, wie ich, lachen, weil sie nicht aufsteht und sich über den Boden schleifen lässt. Erst ein paar Leckerli helfen. 

Restaurant Maräne
Zum Aperitif kosten wir irgendwas mit Pfirsich, zum Abschluss probieren wir einen Aquavit. Da es Kümmel und Fenchel drin hat, denke ich, ich mag das. Aber nein. Mit meinem Aquavit wässere ich den Blumentopf auf dem Tisch. 

Danach, wie zur Zeit jeden Abend, schauen wir EM-Fussballspiele. 


Freitag 21.6.24 schön
Ich gehe nur super kurz mit Kaya vor die Tür. Danach fahren wir zum Schloss Schwerin. Dort wandeln wir im traumhaft schönen Schlosspark. Überall hat es Brautpaare. Ist aber auch wirklich ein schöner Ort für schöne Hochzeits-Fotos. 

In der Orangerie probieren wir Kaffee und - nein, kein Kuchen, für heute gestrichen - eine Mango-Ingwer-Suppe. Ein Paar in unserem Alter setzt sich zu uns. Sie erzählen uns viel Interessantes über die DDR, wo sie aufgewachsen sind. 
Danach spazieren wir durch Schwerin. 

Auf dem Rückweg steige ich nahe beim Restaurant Maräne (s. gestern) aus und marschiere mit Kaya den restlichen Weg zum Haus. Wenn ich jeweils unterwegs aussteige muss ich Kaya lange angeleint lassen und gut zureden, sonst rennt sie dem Auto hinterher. 

 

Samstag 22.6.24
Heute ist es trüb, aber bis jetzt hat es immer nur geregnet, wenn wir im Trockenen waren. 
Punkt 10 Uhr fahren wir Richtung Westen zu unserem nächsten Ziel in Norddeich/Norden an der Nordsee. Tschüss Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern, Moin moin Ostfriesland in Niedersachsen. 

 

 

 

Es ist selten für etwas im Leben zu früh und niemals für etwas zu spät.

 

 

Oskar Kokoschka

 

 

 

Das Häuschen liegt inmitten eines Feriendomizils mit lauter Ferienhäuschen. D.h.: Viele Touristen und ein Lokal reiht sich an  das andere. Ab Montag wird es wahrscheinlich besser. Denn hier haben die Sommerferien bereits begonnen und somit sind sicher viele Touris Richtung Süden und stehen jetzt dort im Stau am Gotthard. Und sonst: Wir sind ja  auch Touris. Das Haus ist nicht so gut ausgestattet wie das in Seedorf. Ein paar Sachen sind etwas marode. Der Zweit-Schlüssel ist abgebrochen, der Besen müsste ersetzt werden. Wir benötigen einige Zeit um herauszufinden, wie wir nicht kalt duschen müssen. Es hat einen kleinen, eingezäunten Garten mit Tisch und Stühlen. Der Sonnenschirm - ja, wir benötigen ihn - hält nicht im Sockel und ist unten mit Panzerband eingefasst. Überhaupt ist das Panzerband hier ein sehr viel benützter Gegenstand. Ich schreibe dem Vermieter wegen dem Schlüssel, dem Sonnenschirm, dem Besen und den Liegestühlen. Der Besen wäre mir egal, aber wegen Kaya ist es schon gut wenn es einen hat. Ich erhalte innert kürzester Zeit eine Antwort und schon am gleichen Tag kommt jemand wegen dem Sonnenschirm. Er kann das jedoch auch nicht flicken. So befestigen wir ihn mit Kabelbindern am Zaum.

Ach ja: Kaya fühlt sich auch gleich wohl, hat sie doch auch hier jede Mengen Plätze um sich draussen hinzulegen.

 

Nach ein bisschen Ausruhen gehen wir Richtung Meer, das sehr nahe ist. Jetzt hat es keine Mücken, dafür viel Wind. Nun, ich trage 4 Schichten und lange Hosen. Stirnband und Handschuhe habe ich nicht mitgenommen, leider. Ringsherum hat es aber gaaanz viele halbnackte Menschen. Ich bin wohl nicht mehr so kälteresistent. 

Wir setzen uns in einem Lokal hinter die Glasscheibe und geniessen das erste Fischbrötchen. Den Sanddornspritz hätten wir uns sparen können. Leider hat es keine Pflanzen, die wir damit bewässern könnten.

 

Sonntag 23.6.24

Schön. Während Thomas noch schläft mache ich mich auf den Weg mit Kaya. Es hat viele tolle Fahrradwege, auf welchen man gehen kann. Aber da muss ich Kaya immer an die Leine nehmen. Nach etwa einer Stunde mehr oder weniger durch schöne Wohnquartiere erreiche ich einen Feldweg. 

 

Am Nachmittag fahren wir zum Schloss Lütetsburg. Weil das Café um 18 Uhr schliesst, setzen wir uns vor dem Rundgang durch den Schlosspark hin und Essen eine Kleinigkeit: Currywurst mit Brot und Bockwurst mit Kartoffelsalat. Danach wandeln - sprichwörtlich - wir durch denn wunderschönen Park. 

 

Und dann müssen wir nach Hause. Heute ist das EM-Spiel Schweiz - Deutschland. Thomas: 2:0 für D. Ich: 1:1. Tja, und dann sehen wir ein super spannendes Spiel. Ich finde, die Schweizer spielen ausgezeichnet und bin total begeistert. 

Endresultat: 1:1. Schade, habe ich nicht gewettet.

 

Montag 24.6.24

Wiederum schön, weniger windig. Ich fahre um ca. 07:30 Uhr los zum Pilsumer Leuchtturm. Dort möchte ich mit Kaya eine Wanderung im Naturschutzgebiet Leyhörn machen. Erst als ich bereits 4 Euro eingeworfen habe sehe ich, dass Hunde nicht erlaubt sind. Schade. Aber verständlich. Auf dem Rückweg halte ich irgendwo und mache dort eine kleine Runde.

Nach dem Frühstück schlendern wir durch die Einkaufsstrasse, wo es ein Café und Restaurant und Souvenierladen nach dem anderen hat. Wir besuchen den Hundestrand. Der ist eingezäunt und man kann Strandkörbe mieten und die Hunde können herumrennen. Wir marschieren weiter bis ans Ende des Deiches und wieder zurück.

 

Dienstag 25.6.24 schön

Bin schon um 6 Uhr munter. Um ca. 7:15 laufe ich los mit Kaya. Die ersten paar Kilometer auf der geteerten "Strasse" zwischen Deich und Meer. Jedoch muss man Hunde immer an der Leine führen. Dann kommt ein Tor mit absolutem Hundeverbot. So gehe ich auf die Deichstrasse, die für alle ist. Es sind jedoch wirklich sehr wenige Autos und Biker unterwegs. Die ersten paar Kilometer streikt Kaya immer wieder, danach geht sie sehr zügig. Nach 10 km sende ich Thomas meine Standort und er holt mich ab.

 

Heute gibt es Teigwaren an aglio e olio aus dem Hofladen. Ich tue das halbe Glas dieser Sauce an die Pasta, und sie werden zu scharf. Auswärts essen gehen oder was? Wir waschen die Sauce ab, braten die Nudeln an und geben Eier dran. Auch gut.

Nach dem Match Österreich-Holland 3:2, also nach 23 Uhr, gehe ich nochmals auf den nahen Deich um zu fotografieren. Ich habe ja eine neue Kamera und muss üben.

 

Mittwoch 26.6.24 schön
Neßmersiel - Baltrum
12:45 Abfahrt, 16:30 Rückfahrt

Auf Baltrum kann man so richtig runterfahren. Keine Autos, man kann überall barfuss rein, sehr sauber, ruhig usw. Aber wenn, dann würde ich ohne Hund hier Ferien machen. Den muss man überall anleinen, was ich verstehe. Überhaupt überall hier an der Nordsee ist Leinenzwang. Fast alle Gebiete stehen unter Naturschutz. Viele Leute wissen wahrscheinlich nicht, dass es in diesen Wiesen voller Schilf und anderen Gräsern viele bodenbrütende Vögel hat. Zudem auch zahlreiche Feldhalsen und hier auf Baltrum Kaninchen. 

Nachdem wir  im Restaurant Sturm-Eck zuerst lecker gegessen und getrunken haben, schlendern wir über die Insel und sind um 16:15 wieder am Hafen.

 

Donnerstag 27.6.24 schön

Leuchtturm Campen. Während Thomas mit Kaya unten wartet, erklimme ich den höchsten Leuchtturm Deutschlands. Anschliessend fahren wir nach Greetsiel und gehen mit Kaya dem Leyhörner Sieltief entlang.

 

Freitag 28.6.24 schön, wieder sehr sehr windig, kühl

Bin nicht mehr fit. Mache zu wenig. Spüre die 320 Stufen rauf in den Leuchtturm.


Samstag 29.6.24 schön, wie immer
Kurzer Bummel über den Deich, dann zum Markt in Norden.Wir werden sehr oft auf Kaya angesprochen, welche Rasse, woher, wie zu halten und was für ein schöner Hund das sei. Auf dem Markt hätten wir den 🎩 kreisen lassen können. 

Anschliessend fahren wir nochmals zum Schloss Lütetsburg. Bei Currywurst und Gemüsekuchen hören wir am Nebentisch zwei Frauen, die sich sehr angeregt unterhalten. Ich höre jedoch nur: „… betreutes Quälen…“ 😆😆😆😆. Ich kann es nicht sein lassen und sage den Frauen, dass ich mich köstlich amüsiert habe über diesen Ausdruck. Ich könne nicht sagen, was sie einander vorher und nachher erzählt haben, aber eben dieses betreute Quälen sei mir ins Ohr gestochen und ich müsse mir das merken. Sie haben mir dann erklärt, dass das eine Gruppe ist die sich regelmässig auf dem Damm trifft und unter Anleitung, eben betreutem Quälen, Übungen und anderes mache. 

 

Um 18 Uhr schauen wir natürlich das EM-Spiel Schweiz-Italien an.

 

Sonntag 30.6.24 
7 Uhr, bedeckt. Heute wieder mal eine längere Tour mit Kaya, 10 km. Kaya entdeckt eine Leiche 😬. Eine Hasenleiche voller Maden. 

12:45 Fähre nach Norderney
Thomas führt mich auf dem Damm entlang zu einer Vogelbeobachtungshütte. Ausser Brandgänsen, Löfflern und Greifvögeln (Konweihen?)  sehen wir ein Damtier (Weibchen vom Damhirsch) mit Jungem. Auf dem Rückweg nehmen wir den Weg unterhalb des Dammes. Dieser Weg ist "gepflastert" mit Leichen. Tote Vögel und Kaninchen haufenweise. Zuerst muss ich Kaya eine Feder, die ihr im Rachen steckt, entfernen, danach ein Kaninchen (bereits tot, Kaya ist ja immer angeleint) entreissen. Zum Glück graust mich sowas nicht. Heute ist der Tag der toten Tiere.

Hier auf Norderney wurde am 6.6. ein Wolf gesichtet, der wahrscheinlich bei Ebbe hierher gekommen ist. Nun werden wir noch öfters als sowieso schon wegen Kaya angesprochen und vorbeifahrende Velofahrer hören wir immer wieder sagen: "Schau, ein Wolf...." Gemäss heutigem Stand hat er noch kein Schaf gerissen. Jedoch haben mehrere Personen ihren Urlaub hier storniert, angeblich wegen dem Wolf.

Anschliessend marschieren wir ins Zentrum, denn wir haben Hunger. Jedoch hat es hier nicht so ein dichtes Netz an Lokalen wie auf Baltrum (oder wir sind in den falschen Gassen). Bis wir wieder am Hafen ankommen sind wir etwa 8 km gegangen.

18:15 Rückfahrt

 

Montag 1. Juni 2024

Entgegen der gestrige Wetterprognose ist es zwar kühl, aber schön.

Morgendlicher Spaziergang: Ich gehe ostwärts und auf dem Damm zurück. Da beobachte ich, wie ein kleines, etwa 3-jähriges Kind, mit seinem Tretvelo den Damm runterfährt. Vater hinterher. Erwischt es etwa in der Mitte. Zu einer Frau, die die Treppe hochkommt und dem Geschehen auch zugeschaut hat, sage ich: "Das war knapp!" Sie: "Ja, das ist immer so. Das ist meine Tochter. Wo's runtergeht muss sie runter und die Kleinere ist genau gleich..."

 

Besuch im nahen Automuseum. Hier hat es Autos, von denen ich noch nie gehört habe. Z.B. Glas, Bitter… Ausserdem viele alte Schilder, wie man sie früher hatte, sowie anderen Krimskrams wie wir Alten ihn noch kennen.

 

Dienstag 2.7.24 regnerisch

Weil die Wetter-App für heute und morgen Regen versprochen hat, fahren wir schon heute anstatt morgen nach Hause.

05:15 Abfahrt

15:15 zu Hause